Waldbrände treiben mehr als 200.000 Menschen aus ihren Häusern in Spanien und Frankreich
Außer Kontrolle geratene Waldbrände zwingen in Spanien und Frankreich mehr als 200.000 Menschen zur Flucht. Nahe Madrid haben sich zwei Brände zu einem einzigen Großfeuer vereint, das die Region nach Angaben der Behörden so schwer trifft wie nie zuvor. In Bordeaux rückt ein Feuer aus dem Gironde-Gebiet auf die Stadt zu, mehrere westliche Vororte sowie der Flughafen wurden evakuiert. Spaniens Regierung hat den nationalen Notstand ausgerufen, Ministerpräsident Pedro Sánchez besuchte die betroffene Region und mahnte, die Priorität liege auf dem Schutz von Menschenleben. In Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron Soldaten mobilisiert, ein A400M-Transportflugzeug soll erstmals im Einsatz große Mengen Löschmittel abwerfen.
Die Feuer gelten als Ausdruck anhaltender Trockenheit und aufeinanderfolgender Hitzewellen, die nach Einschätzung von Wissenschaftlern durch den Klimawandel verschärft werden. Frankreichs Premierminister Sébastien Lécornu bezeichnete die Brandwelle als beispiellos, das Feuer bei Bordeaux habe zeitweise eigene Winde erzeugt. Innenminister Laurent Nunez sprach von einem historischen Rekord bei der verbrannten Fläche und warnte vor einem langen, schwierigen Kampf. Feuerwehrleute in beiden Ländern berichten, von der Geschwindigkeit und Wucht der Flammen überrascht worden zu sein; in Frankreich flüchteten manche Anwohner sogar mit Booten vor den Flammen an der Atlantikküste. Zwei französische Feuerwehrleute kamen bereits in der vergangenen Woche bei den Löscharbeiten nahe Bordeaux ums Leben.
Aktuell sollen zunehmende Winde die Lage in Spanien weiter verschärfen, während in Frankreich ein Wechsel der Windrichtung das Feuer noch näher an Bordeaux heranführen könnte. Beide Länder verstärken ihre Einsatzkräfte mit zusätzlichen Löschflugzeugen aus anderen EU-Staaten sowie mit Militärpersonal. Wie lange der Kampf gegen die Flammen noch dauert und ob weitere Städte evakuiert werden müssen, bleibt offen.
Indonesien: Touristen nach Speedboot-Unglück gerettet, Kapitän weiter vermisst
Vor der indonesischen Insel Sulawesi finden Rettungskräfte 11 europäische Touristen und ein Besatzungsmitglied lebend, nachdem ihr Speedboot bei rauer See offenbar auseinanderbrach und sank. An Bord befanden sich fünf Niederländer, drei Deutsche, ein Tscheche, ein Belgier und eine Französin sowie zwei indonesische Crewmitglieder. Das Boot war von einem Tauchresort in der Provinz Tojo Unauna aus Richtung Marisa Port in der Nachbarprovinz Gorontalo unterwegs, traf jedoch nicht wie geplant ein. Nach einer Meldung eines Reiseleiters am Freitagnachmittag lösten die Behörden umgehend eine nächtliche Suchaktion aus. Der 29-jährige Kapitän des Bootes bleibt weiterhin unauffindbar.
Dutzende Rettungsteams durchsuchen ein Gebiet von rund 300 Quadrat-Seemeilen rund um die Tomini-Bucht, eine bei Touristen beliebte Meeresregion mit zahlreichen Inseln. Trotz insgesamt klarer Wetteraussichten kämpfen die Einsatzkräfte mit starkem Wind und bis zu 2,5 Meter hohen Wellen, was die Suche erheblich erschwert. Der Fall reiht sich in eine Serie maritimer Notfälle in Indonesien ein: Erst kürzlich wurden Schiffbrüchige eines gesunkenen Passagierschiffs vor der Inselgruppe Selayar nach tagelangem Treiben gerettet, während dort weiterhin Menschen als vermisst gelten. Beide Vorfälle verdeutlichen, wie stark der Inselstaat auf Boots- und Fährverkehr angewiesen ist und wie herausfordernd die Sicherheitslage auf See bleibt.
Die Suche nach dem Kapitän des Speedboots dauert an, unterstützt durch Wärmebilddrohnen und Tauchausrüstung. Offen bleibt, ob er die stürmische See überlebt hat oder ebenfalls gerettet werden kann. Behörden und Einsatzkräfte setzen die Rettungsarbeiten fort, während Reaktionen der betroffenen Botschaften bislang ausstehen.
Guterres besucht erstmals seit 2009 wieder Syrien
UN-Generalsekretär António Guterres ist zu einem mehrtägigen Solidaritätsbesuch in Damaskus eingetroffen – der erste Besuch eines amtierenden UN-Generalsekretärs in Syrien seit Ban Ki-moon 2009. Er traf dort Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sowie Außenminister Asaad al-Schaibani. Weitere Treffen mit Vertretern der syrischen Zivilgesellschaft und Frauenorganisationen stehen auf dem Programm, ebenso ein Besuch bei der UN-Beobachtermission auf den Golanhöhen. Guterres erklärte auf X, die UN stehe Syrien in diesem entscheidenden Moment zur Seite und appellierte an die internationale Gemeinschaft, das Land bei seinem Übergang zu unterstützen.
Der Besuch markiert einen weiteren Meilenstein für Syrien seit dem Sturz Baschar al-Assads Ende 2024, der den seit 2011 andauernden Bürgerkrieg beendete. Guterres selbst hatte bewusst darauf verzichtet, das Land seit Beginn der brutalen Unterdrückung 2011 bis zum Regimewechsel zu besuchen. Al-Scharaa, früherer Anführer der Islamistengruppe Hajat Tahrir al-Scham, stand bis November 2025 unter Terrorsanktionen des UN-Sicherheitsrats – ein Zeichen dafür, wie schnell sich die diplomatischen Beziehungen gewandelt haben. Nach UN-Angaben sind weiterhin rund 15,6 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen, viele leiden unter Ernährungsunsicherheit, zerstörter Infrastruktur und explosiven Kampfmitteln.
Der Besuch erfolgt nur wenige Wochen nach zwei Bombenexplosionen nahe einem Hotel in Damaskus, in dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während seines Staatsbesuchs übernachtet hatte. Israel hat seit dem Sturz Assads Truppen in die UN-überwachte Pufferzone auf den Golanhöhen verlegt und führt dort weiterhin Angriffe und Vorstöße durch. Wie stabil sich die Übergangsregierung unter al-Scharaa international etablieren kann, bleibt trotz aufgehobener westlicher Sanktionen offen, da deren Wirkung vor Ort bislang begrenzt ist.
Huthi greifen Aramco-Anlagen in Saudi-Arabien an
Die jemenitische Huthi-Miliz beschießt nach eigenen Angaben saudische Einrichtungen des Ölkonzerns Aramco mit Raketen und Drohnen. Saudi-Arabien fängt zwei ballistische Raketen ab, die auf Ölraffinerien in Yanbu zielen sollen; ein Patriot-System mit griechischem Personal ist im Einsatz. Die Huthi begründen den Angriff als Reaktion auf saudische Luftschläge auf Hudaida. Riad äußert sich bislang nicht.
Iranische Bedrohung zwingt Trump zu Flugzeugwechsel
US-Präsident Donald Trump wechselte nach dem NATO-Gipfel in der Türkei überraschend das Flugzeug, nachdem Sicherheitsbehörden eine glaubwürdige Bedrohung durch iranische Proxy-Kräfte gegen ihn und die Air Force One festgestellt hatten. Die neue, von Katar geschenkte Boeing verfügt offenbar nicht über dieselbe Raketenabwehr wie das ältere Modell. Der Secret Service drängte auf den Wechsel.
Peking verhängt Milliardenstrafe gegen Trip.com
Chinas Marktaufsichtsbehörde SAMR bestraft den Reiseportal-Betreiber Trip.com wegen Missbrauchs seiner Marktmacht bei Hotelbuchungen. Insgesamt werden umgerechnet rund 770 Millionen US-Dollar eingezogen, darunter konfiszierte unrechtmäßige Gewinne und eine Geldbuße. Trip.com soll über Traffic-Steuerung und exklusive Verträge Hotels zu Niedrigpreisen gedrängt haben. Die Untersuchung hatte im Januar begonnen.
CDU-Kritik an Merz nach Schnieder-Rochade wächst
In der CDU wächst der Unmut über Kanzler Friedrich Merz, der Verkehrsminister Patrick Schnieder absetzen will, die Nachfolge aber wegen eines abgesprungenen Kandidaten nicht offiziell verkünden kann. CDA-Vize Christian Bäumler spricht von Willkür, Ex-Kanzleramtschef Peter Altmaier kritisiert den Umgang mit Schnieder scharf. Der innerparteiliche Druck auf Merz nimmt zu.
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