Trump zögert mit Großangriff auf Iran, während sich der Krieg auf die Region ausweitet
Der Krieg zwischen den USA und Iran dauert nun seit rund zwei Wochen an, ohne dass ein Ende in Sicht ist. US-Streitkräfte setzen ihre nächtlichen Angriffe auf iranische Ziele fort, während Iran mit Attacken auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait antwortet, bei denen bereits mehrere US-Soldaten getötet wurden. Präsident Donald Trump erklärt, er habe noch keine Entscheidung über eine massive Ausweitung der Angriffe getroffen, droht Teheran aber mit "schwerer militärischer Bestrafung" und einem deutlich höheren Ausmaß an Gewalt, sollte keine Einigung erzielt werden. Gleichzeitig weitet sich der Konflikt aus: Saudi-Arabien greift die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen an, die ihrerseits eine Seeblockade gegen saudische Tanker verhängt haben.
Die Lage gewinnt zusätzliche Brisanz durch neue Erkenntnisse der US-Geheimdienste zum neuen iranischen Machthaber Mojtaba Khamenei, der nach dem Tod seines Vaters beim Angriff zu Kriegsbeginn die Führung übernommen hat. Anders als sein Vater, der eine Atomwaffe stets abgelehnt habe, gilt Khamenei laut US-Einschätzungen als deutlich aufgeschlossener für ein iranisches Nuklearwaffenprogramm. Das wäre eine gravierende ungewollte Folge des von den USA und Israel verfolgten Kurses, der auf einen Regimewechsel in Teheran zielte. Trump nennt die Nähe Irans zu einer Atomwaffe explizit als seine "rote Linie". Zusätzlich warnt er Russland und China vor Waffenlieferungen an Iran, obwohl er selbst nicht von einer aktiven Beteiligung beider Länder ausgeht.
Für Trump wird der Krieg innenpolitisch zunehmend zur Belastung, da er ursprünglich einen viel kürzeren Verlauf vorausgesagt hatte und die Zwischenzeitfrieden-Vereinbarung inzwischen gescheitert ist. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November steht er vor der Wahl zwischen einer harten militärischen Eskalation oder einem neuen Verhandlungsversuch mit Teheran. Ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu Ende Juli in Washington dürfte richtungsweisend für das weitere Vorgehen der Kriegsallianz sein.
Russischer Raketenangriff auf Rüstungsmesse bei Kiew fordert zehn Tote
Eine russische Rakete hat eine Rüstungsmesse nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben mindestens zehn Menschen, rund hundert weitere wurden verletzt. Die Veranstaltung eines Drohnenherstellerverbands fand in einem Gebiet nahe Wohnhäusern statt, kurz außerhalb der Stadtgrenze. Rettungskräfte durchsuchten am Tatort Trümmer, während Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache betonte, russische Raketen und „nichts anderes als russischer Terror“ seien die Ursache des Angriffs. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine leitete eine strafrechtliche Untersuchung ein, um zu klären, wer die Entscheidung zur Durchführung der Messe getroffen und ob die Risiken unter den Bedingungen des Kriegsrechts ausreichend geprüft worden waren.
Der Angriff sorgt für erheblichen politischen Wirbel in der Ukraine. Selenskyj erklärte, es sei unter den gegenwärtigen Kriegsbedingungen und angesichts eines solchen Gegners „absolut unzulässig“, Waffenausstellungen mit großen Menschenmengen abzuhalten, insbesondere in der Nähe von Wohngebieten. Vertreter der ukrainischen Verteidigungsindustrie kritisieren die Organisatoren scharf und fordern Aufklärung darüber, warum keine ausreichenden Schutzmaßnahmen wie Bunker vorhanden waren und die Veranstaltung öffentlich in sozialen Medien angekündigt wurde. Der amtierende Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Oliynyk, ordnete für die Region einen Trauertag an.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie russischer Angriffe auf ukrainische Ausbildungsstätten und militärische Veranstaltungen während des Krieges ein. Parallel dazu bereitet sich Selenskyj auf ein mögliches Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington in der kommenden Woche vor. Die laufende Untersuchung zur Sicherheitslage bei der Messe dürfte in den kommenden Tagen weitere politische Konsequenzen in Kiew nach sich ziehen.
Jemen droht neue Kriegseskalation – Huthis greifen Saudi-Ziele an
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition fliegt Luftangriffe auf Huthi-Stellungen in der jemenitischen Provinz Hudaida, nachdem erneut ein unter saudischer Flagge fahrendes Schiff im Roten Meer beschädigt wurde. Die Huthi-Miliz erklärt, Angriffe auf Jizan durchgeführt zu haben, und droht mit weiterer Vergeltung. Huthi-nahe Medien berichten zudem von saudischen Angriffen auf die Insel Kamaran sowie auf Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida, während Riad betont, der Hafen selbst sei nicht angegriffen worden.
Der Schlagabtausch markiert die gefährlichste Zuspitzung seit der Waffenruhe von 2022, die einen mehr als zehn Jahre andauernden Konflikt eingefroren hatte. Huthi- und jemenitische Regierungstruppen ziehen Berichten zufolge entlang der Frontlinie zwischen Rotem Meer und saudischer Grenze zusammen. Analysten und westliche Diplomaten sprechen von den ernstesten Kriegsvorbereitungen seit Jahren, während internationale Vermittlungsversuche an Wirkung verlieren. Die Krise fällt zudem in eine Phase, in der sich der Iran mit den USA in einem offenen Konflikt befindet – US-Präsident Donald Trump kündigte an, Teheran für Huthi-Angriffe verantwortlich zu machen.
Wie sich die Lage weiterentwickelt, bleibt offen: Saudi-Arabien hat bislang versucht, eine Rückkehr zum offenen Krieg zu vermeiden, doch die Huthi-Blockade und wiederholte Tankerangriffe verändern offenbar das Kalkül in Riad. Sollte die Vermittlung durch UN und Regionalstaaten scheitern, drohen ein neuer Grabenkrieg in Jemen und eine weitere Front im größeren Machtkampf zwischen den USA, Saudi-Arabien und dem Iran.
Waldbrände zwingen Hunderttausende zur Flucht
Massive Waldbrände in Südwestfrankreich und Zentralspanien haben mehr als 200.000 Menschen zur Flucht gezwungen. In Frankreich sind rund 141.000 Bewohner der Region Gironde und Landes betroffen, in Spanien etwa 60.000 nahe Madrid. Präsident Macron mobilisiert die Armee zur Unterstützung der Löscheinsätze. Auch eine NASA-Bodenstation bei Madrid musste evakuiert werden, Schäden werden noch geprüft. Spanien rief für die Region Madrid den nationalen Notstand aus.
Netanyahu reist kommende Woche nach Washington
US-Präsident Trump kündigte an, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu in der kommenden Woche in die USA reist. Ein Treffen mit Trump im Weißen Haus ist für Dienstag geplant, zudem will Netanyahu an der Beerdigung von Senator Lindsey Graham teilnehmen. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj soll Trump in derselben Woche treffen. Zwischen Washington und Jerusalem gab es zuletzt Spannungen wegen des Kurses gegenüber Iran und Libanon.
Unternehmen klagen gegen neue Trump-Zölle
Zwei US-Kleinunternehmen haben vor dem Handelsgericht in New York Klage gegen neue Zölle der Trump-Regierung eingereicht. Die Klage richtet sich gegen Abgaben von bis zu 12,5 Prozent auf Importe aus Südkorea und weiteren Handelspartnern, die mit Zwangsarbeit-Vorwürfen begründet wurden. Die Kläger argumentieren, die Regierung überschreite ihre gesetzliche Befugnis zur Zollerhebung. Die Untersuchungen der US-Handelsbeauftragten betrafen laut Klageschrift 60 Volkswirtschaften.
SpaceX testet Starship mit neuen Starlink-Satelliten
SpaceX hat sein Starship-Raketensystem zum 13. Mal von Texas aus gestartet und dabei erstmals 20 verbesserte Starlink-V3-Satelliten kurzzeitig ins All gebracht. Die rund 122 Meter hohe Rakete hob am Freitagabend vom Starbase-Gelände ab. Die Satelliten verbanden sich kurz mit dem bestehenden Starlink-Netz, bevor sie beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühten. SpaceX will mit dem Programm bis Ende 2026 einen regulären Betrieb aufnehmen.
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