Nach Huthi-Angriff auf Aramco-Anlagen bricht Schiffsverkehr am Bab al-Mandab ein
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Bab al-Mandab ist eingebrochen, nachdem die jemenitische Huthi-Miliz saudische Ölanlagen von Aramco in Jizan und Yanbu angegriffen hat. Laut Daten des Anbieters Kpler passierten am Sonntag nur elf Frachtschiffe die Meerenge – der niedrigste Wert seit Monaten. Auch die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz blieb über das Wochenende gering. Sieben der durchfahrenden Schiffe waren Öltanker, darunter zwei sehr große Rohöltanker (VLCCs), die Saudi-Rohöl im Hafen Yanbu laden sollten, sowie ein Schiff mit Verbindungen nach Russland.
Die Blockade der Huthi, die sich gegen den „verfeindeten“ saudischen Nachbarn richtet, weitet den Konflikt zwischen den USA und Iran zusätzlich aus, der bereits die Ölversorgung durch die Straße von Hormuz beeinträchtigt hat. Die von Teheran unterstützte Miliz will nach eigenen Angaben saudische Exporte unterbinden. Die Unterbrechung der Lieferketten ließ die Preise für physische Rohölfracht im Nahen Osten, in Europa und Afrika bereits in der Vorwoche auf Zweimonatshochs steigen. Unter den Schiffen, die das Rote Meer verlassen, befinden sich mehrere chinesische Supertanker mit saudischem und emiratischem Rohöl sowie ein Tanker mit russischer Ladung und ein Schiff mit saudischem Öl für Pakistan.
Die Region beobachtet die Eskalation mit wachsender Sorge, da sich die Fronten zwischen den arabischen Nachbarstaaten, Iran und den USA weiter verschärfen. Reedereien und Marktbeobachter dürften in den kommenden Tagen genau verfolgen, ob sich der Rückgang der Schiffspassagen fortsetzt und wie Saudi-Arabien sowie internationale Akteure auf die anhaltende Bedrohung ihrer Öltransporte reagieren.
Nordkoreas Kim präsentiert Tochter erstmals bei Kriegsgedenken als mögliche Erbin
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat anlässlich des 73. Jahrestags des Waffenstillstands im Koreakrieg mehrere Kriegsfriedhöfe besucht und dabei erstmals seine Tochter Kim Ju Ae zu den offiziellen Gedenkfeiern mitgenommen. Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium mitteilt, war es der erste Auftritt der Tochter bei den Feierlichkeiten zum Waffenstillstand sowie ihr erster Besuch auf dem Friedhof der Märtyrer des Vaterländischen Befreiungskriegs und dem Revolutionären Märtyrerfriedhof. Staatsmedien zeigten sie im Zentrum der zeremoniellen Formationen, wie sie gemeinsam mit ihrem Vater Blumen niederlegte und Veteranen begrüßte. Kim besuchte zudem den Friedhof chinesischer Freiwilligensoldaten und ehrte dort das Grab von Mao Anying, dem Sohn Mao Zedongs – ein Zeichen der sich vertiefenden Beziehungen zu Peking.
Der südkoreanische Geheimdienst NIS geht nach eigenen Angaben mit „glaubwürdigen Erkenntnissen“ davon aus, dass Ju Ae als Nachfolgerin ihres Vaters positioniert wird. Ihre wachsende öffentliche Präsenz – zuletzt beim Steuern eines neuen Panzers und bei Schießübungen – untermauert diese Einschätzung. Die Inszenierung fällt zeitlich mit einer außenpolitischen Neuausrichtung Pjöngjangs zusammen: Nordkorea vertieft parallel seine strategische Partnerschaft mit Russland, bekräftigt durch jüngste Gespräche zwischen Außenministerin Choe Son Hui und ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau. Die Ukraine geht davon aus, dass Nordkorea Russland mit weiteren Zehntausenden Soldaten und zusätzlichen Raketenabschussrampen unterstützen wird.
Die Doppelstrategie aus dynastischer Nachfolgeplanung im Innern und engerer Militärallianz mit Moskau und Peking dürfte die internationale Isolation Nordkoreas weiter verfestigen, während Beobachter in Seoul und Kyjiw die sicherheitspolitischen Folgen für die Region genau beobachten.
Schüsse bei Foodfestival in Seattle: Zwei Tote, Verdächtiger gefasst
Bei einem Schusswechsel auf dem Foodfestival „Bite of Seattle" am Seattle Center sind zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden, darunter ein Kleinkind. Die Schüsse fielen am Sonntagabend gegen 18 Uhr Ortszeit nahe der Space Needle, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Das Harborview Medical Center bestätigte die Aufnahme mehrerer Schussverletzter, darunter ein Kleinkind, ein 23-jähriger Mann sowie zwei erwachsene Frauen; eine Person schwebt in kritischem Zustand. Die Polizei rief Anwohner und Besucher auf, das Gebiet nordwestlich der Innenstadt zu meiden, während Einsatzkräfte in großer Zahl anrückten und den Bereich evakuierten. Nach Angaben des Büros der Bürgermeisterin wurde ein Verdächtiger festgenommen.
Der Vorfall erschüttert eine der größten kulinarischen Veranstaltungen der Stadt: Das seit 1982 bestehende Festival zieht über drei Tage üblicherweise Hunderttausende Besucher an. Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen mit panischer Flucht, umgestürzten Kinderwagen und Menschen, die sich gegenseitig zu Boden drückten, um Schutz zu suchen. Seattles Bürgermeisterin Katie Wilson sprach von einem „Akt entsetzlicher Gewalt" und betonte, betroffene Familien durchlebten den schlimmsten Moment ihres Lebens, während eine ganze Gemeinschaft zu verstehen versuche, wie ein Fest der Kultur und Gemeinschaft in Gewalt enden konnte.
Die Ermittlungen zum genauen Tathintergrund und einem möglichen Motiv laufen. Unklar bleibt zudem, in welchem Zusammenhang der festgenommene Verdächtige zur Tat steht und ob weitere Personen involviert waren.
Eisenkot fordert Netanyahu vor Wahl heraus
Vor der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober gilt Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot als größter Herausforderer von Premier Benjamin Netanyahu. Eine Umfrage von Channel 12 sieht Eisenkots neue Partei Yashar knapp vor Netanyahus Likud. Die Wahl gilt als Referendum über Netanyahus Führung nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023.
Bombenexplosion vor Rede von Präsident Marcos
Kurz nach Mitternacht explodierte eine selbstgebaute Bombe vor dem Eingang des philippinischen Justizministeriums in Manila, Verletzte gab es keine. Wenige Stunden später wurde ein zweiter verdächtiger Sprengsatz nahe dem Senat entdeckt. Beide Vorfälle ereigneten sich kurz vor der jährlichen Rede zur Lage der Nation von Präsident Ferdinand Marcos. Die Polizei hält einen Zusammenhang für wahrscheinlich.
Chinesischer Chip-Hersteller CXMT stürmt an die Spitze
Die Aktien des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT sind bei ihrem Börsendebüt in Shanghai um rund 470 Prozent gestiegen. Damit ist CXMT nun das wertvollste börsennotierte Unternehmen Chinas und überholt die Industrial and Commercial Bank of China. Der Börsengang war mit rund 57,92 Milliarden Yuan Asiens größter IPO des Jahres und unterstreicht Pekings Streben nach technologischer Eigenständigkeit bei Halbleitern.
Hanson verliert Berufung in Rassismus-Prozess
Der australische Full Federal Court hat die Berufung von One-Nation-Chefin Pauline Hanson gegen ein Urteil wegen rassistischer Diffamierung einstimmig abgelehnt. Hanson hatte der Grünen-Senatorin Mehreen Faruqi 2022 auf Twitter geschrieben, sie solle „zurück nach Pakistan verschwinden“. Ein Richter hatte die Äußerung bereits 2024 als klaren Rassismus eingestuft. Faruqi sprach von einem Sieg für alle Betroffenen von Diskriminierung, Hanson erwägt einen Gang vor den High Court.
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