Iran greift US-Basen in drei Golfstaaten an, Ölpreis übersteigt 100 Dollar
Irans Militär erklärt, es habe Drohnenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait ausgeführt – als Vergeltung für die jüngsten US-Angriffe auf iranisches Gebiet. Die Revolutionsgarden geben an, unter anderem die Isa Air Base in Bahrain, die Al-Azraq-Basis in Jordanien sowie mehrere Camps in Kuwait getroffen zu haben, darunter Camp Udairi, Camp Doha und Camp Arifjan. Bahrain meldet, mehrere iranische Luftangriffe abgefangen und zerstört zu haben, und wirft Teheran vor, Zivilisten ins Visier zu nehmen. Die USA haben bislang keine Treffer auf eigene Einrichtungen oder Personal bestätigt. Zuvor hatte das US-Militär die 13. Nacht seiner Angriffe auf Iran abgeschlossen; laut iranischen Staatsmedien wurden dabei mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.
Der Konflikt hat sich aus einem Machtkampf um die Straße von Hormus entwickelt, durch die im Frieden ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gashandels läuft. Mit dem Vorstoß der Huthi-Rebellen im Jemen, die eigenen Angaben zufolge saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen haben, droht sich der Krieg auf weitere Golfstaaten auszuweiten. Der internationale Ölpreis ist als Folge der Eskalation über 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Der irakische Ministerpräsident Ali al-Zaidi, der zu beiden Seiten Kontakte unterhält, reiste nach Teheran, um für Dialog zu werben, und sicherte zu, irakisches Territorium nicht für Angriffe auf Iran zur Verfügung zu stellen.
Unterdessen weist Iran einen Bericht der New York Times zurück, wonach Teheran einen von Bagdad vermittelten Waffenstillstandsvorschlag der USA abgelehnt habe; die iranische Nachrichtenagentur IRNA bezeichnet den Bericht als irreführend. Die USA warnen die Bevölkerung in Ländern mit amerikanischer Truppenpräsenz, sich von deren Stationierungsorten fernzuhalten. Ob sich die diplomatischen Bemühungen gegen die militärische Dynamik durchsetzen können, bleibt offen.
UN fordert Rettung von 6.000 Seeleuten aus der Straße von Hormus
Die Vereinten Nationen rufen die am Nahost-Krieg beteiligten Staaten dazu auf, die Evakuierung von rund 6.000 Seeleuten zu ermöglichen, die auf Hunderten von Schiffen in der Straße von Hormus festsitzen. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk spricht von einer „dramatischen humanitären und menschenrechtlichen Krise“ in der Wasserstraße. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation bestätigt die hohe Zahl gestrandeter Besatzungsmitglieder, die trotz der Waffenruhe die Region nicht verlassen können; viele weitere Seeleute gelten als unauffindbar.
Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Verkehrswege für den weltweiten Ölhandel. Vor dem Krieg lief ein Fünftel des globalen Öltransports durch die Meerenge. Nachdem die USA erneut Luftschläge gegen Iran geflogen haben, nachdem von Teheran unterstützte Huthi-Rebellen Öltanker im Roten Meer angegriffen hatten, steigt der Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel. Das US-Militär betont, die Straße sei weiterhin „für die Durchfahrt offen“, während Iran seine Angriffe auf Tanker fortsetzt, um Schiffe zur Zahlung für sicheres Geleit zu zwingen. Zivile Schiffe stehen dabei laut UN unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts – Angriffe auf sie seien inakzeptabel und müssten enden.
Türk fordert Staaten, Reedereien und alle weiteren beteiligten Akteure auf, dringend konsularische Hilfe zu leisten, lebenswichtige Versorgung sicherzustellen und Evakuierungen sowie Rückführungen zu organisieren. Wie schnell eine sichere Passage für die gestrandeten Besatzungen tatsächlich zustande kommt, bleibt angesichts der anhaltenden Angriffe in der Meerenge offen.
Tödliche Siedler-Attacke im Westjordanland: Vier Palästinenser und ein Israeli sterben
Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung im Dorf Tal südwestlich von Nablus kommen am Freitag vier Palästinenser und ein Israeli ums Leben, mehrere weitere Menschen werden verletzt. Nach Angaben lokaler Palästinenser drangen rund 20 bis 30 israelische Siedler in den Ort ein und versuchten, in zwei Häuser einzubrechen. Als Dorfbewohner sich den Angreifern entgegenstellten, eröffneten die Siedler das Feuer; kurz darauf griff auch das israelische Militär in die Kämpfe ein. Israels Armee erklärt dagegen, sie sei nach Berichten über einen Angriff auf wandernde israelische Zivilisten in das Gebiet nahe der Siedlung Havat Gilad entsandt worden. Ein Palästinenser habe einem Sicherheitsmann die Waffe entrissen und auf Israelis geschossen, bevor er getötet wurde.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Gewalttaten ein, die seit Jahresbeginn im Westjordanland deutlich zugenommen hat. Nach UN-Angaben sind Angriffe israelischer Siedler auf palästinensische Dörfer seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 stark angestiegen. Das palästinensische Außenministerium spricht von einem „Massaker, verübt von Siedlern in Zusammenarbeit mit den Besatzungstruppen“. Israels Militär hat unterdessen Straßensperren errichtet, eine vorübergehende Abriegelung von Nablus und Tal verhängt und den Urlaub von Soldaten gestrichen, um nach den Tätern zu suchen.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigt an, mit Härte zu reagieren, und beruft eine Krisensitzung mit dem Verteidigungsminister und dem Generalstabschef ein. Finanzminister Bezalel Smotrich fordert, umliegende palästinensische Dörfer zu räumen und neue Siedlungen zu errichten. Die Entwicklung fällt in eine politisch aufgeladene Phase, drei Monate vor israelischen Parlamentswahlen, während international bereits Vorwürfe wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland laut werden.
USA verhängen neue Zölle gegen 60 Länder
Die USA verhängen Zölle zwischen 10 und 12,5 Prozent auf Importe aus rund 60 Handelspartnern, darunter zahlreiche asiatische Staaten. Als Begründung nennt Washington angebliche Zwangsarbeit in Lieferketten. Betroffene Länder wie Japan weisen die Vorwürfe zurück und bezeichnen die Maßnahme als bedauerlich. Analysten sehen in der Begründung ein Mittel, um die vom Supreme Court gekippten Zölle rechtlich abzusichern.
Spanien ruft nationalen Notstand wegen Waldbränden aus
Spanien erklärt erstmals den nationalen Notstand wegen Waldbränden nahe Madrid und in der Provinz Ávila. Mehr als 10.000 Menschen müssen ihre Ortschaften verlassen, während Feuerwehrkräfte gegen die Flammen kämpfen. Auch Frankreich bittet die EU um Unterstützung bei einem Großbrand an der Atlantikküste, wo rund 40.000 Menschen evakuiert wurden. Hitze und Trockenheit verschärfen die Waldbrandsaison in Südeuropa.
Karlsruhe stärkt Rechte afghanischer Aufnahmezusagen
Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass die Bundesregierung zugesagte Aufnahmeplätze für Afghanen nicht pauschal widerrufen darf. Jeder Fall müsse einzeln geprüft werden. Geklagt hatte eine afghanische Mutter mit ihren zwei Söhnen, die 2021 über eine Menschenrechtsliste für die Aufnahme in Deutschland ausgewählt worden waren. Die Entscheidung betrifft die Aufnahmepolitik gegenüber gefährdeten Afghanen nach der Machtübernahme der Taliban.
EU wirft TikTok Verstöße beim Kinderschutz vor
Die EU-Kommission beschuldigt TikTok, gegen Regeln des Digital Services Act zu verstoßen. Designmerkmale der Plattform erlauben es Kindern, ihre Konten öffentlich zu stellen, wodurch sie Cybermobbing oder Kontaktversuchen von Missbrauchstätern ausgesetzt sein könnten. Es ist bereits der vierte Vorwurf gegen TikTok innerhalb von zwei Jahren. Dem Unternehmen drohen empfindliche Strafzahlungen.
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